Schinderello

Es war einmal ein bildschöner, sehniger Mann, Ende zwanzig, der hatte eine grässliche Schwiegermutter mit zwei scheußlichen Töchtern. Während die drei Frauen es sich wohl sein ließen, musste er den Haushalt beschicken und ihre Binden auskochen. Alle drei menstruierten nämlich und jede zu einer anderen Zeit. Gegen Zellstoff-Einlagen waren sie allergisch. Weil sie ihn so quälten und schunden, wurde er ‚Schinderello‘ genannt.

 

Eines Tages veranstaltete der König für seinen Sohn eine Safer-Sex-Orgie, zu der alle Untertanen geladen waren. Die böse Stiefmutter und ihre beiden Töchter stürzten sich in Strapse und Stiefel und eilten zum Schloss. Schinderello musste derweil wie immer Kichererbsen aus der Asche zurück in die Konservendose sammeln, wobei ihm aber die Tauben halfen und dazu bemerkten: „Die guten ins Döschen, die schlechten ins Möschen, hihi“, und dann kicherten sie. Schinderello war zwar dank der Tauben rasch fertig geworden, aber er hatte ja nur seinen Sonntagsanzug anzuziehen und konnte deshalb nicht teilnehmen an der Orgie.

 

Da erschien, wie in Märchen nicht ganz unüblich, der gute Zauberer. Er brachte Schinderello eine abgewetzte Jeans die vorne ganz verwichst und am Hosenschlitz pissverkrustet war, dazu ein zerschlissenes T-Shirt mit der Aufschrift: „Ich bin schwul und ständig geil!“ Die Klamotten saßen hauteng. Vor die Tür hatte der Zauberer ein schweres Motorrad gestellt, mit dem brauste Schinderello zum Fest.

Der Prinz ließ alle anderen stehen und wollte nur ihn. Aber als die Glocke begann, Mitternacht zu schlagen, zog Schinderello seinen Schaft hastig aus dem Prinzen heraus und stürmte davon, weil der Zauber beim letzten Glockenschlag vorbei sein würde, was ärgerlich aber irgendwie nicht anders zu organisieren war. In seiner Eile verlor Schinderello sein Kondom auf den Stufen des Palastes, doch er konnte sich nicht mehr bücken (es war keine Zeit mehr, er war auch zu durchgewalkt), er raste zurück nach Hause und kam gerade noch rechtzeitig an, bevor das Motorrad zwischen seinen Beinen verschwand.

 

Der Prinz war untröstlich. Er schickte den Haushofmeister los, der nun jedem Mann im Lande den Präser überstülpen musste, aber allen war er zu groß. Als er an das Haus von Schinderello und seiner Stieffamilie kam, schnallte sich die erste Stiefschwester einen gewaltigen Dildo um. Der Präser passte. Erleichtert schubste der Haushofmeister sie in die Kutsche, doch auf der Fahrt zum Schloss gurrten die Tauben vom Dach: „Ruckediku, Ruckediku – dat is ne Frau, dat is ne Frau!“

Verärgert brachte der Haushofmeister die Betrügerin zurück. Nun schnallte sich die andere Schwester den Dildo um. Wieder passte der Präser, und wieder nahm der Haushofmeister sie mit. Aber die Tauben gurrten vom Dach: „Ruckedikotz, Ruckedikotz, die hat ne Votz, die hat ne Votz!“

Augenblicklich kehrte der Haushofmeister um und bedankte sich noch bei den aufmerksamen Tauben, ihm selbst wäre der Unterschied gar nicht aufgefallen.

 

„Gibt es denn sonst niemanden in Eurem Hause, Gnädige Frau Stiefmutter?“, fragte der Haushofmeister.

„Ach, da ist nur Schinderello, der unsere Binden wäscht und die Kichererbsen in die Dose zurückfüllt“, versetzte die Stiefmutter.

„Ich will ihn aber doch mal sehen“, beharrte der Haushofmeister lüstern.

Da blieb der bösen Stiefmutter gar nichts anderes übrig, als Schinderello aus der Küche zu holen. Er hatte seinen schrecklichen grauen Sonntagsanzug an, das weiße Nyltest-Hemd und den weinroten Binder aber der Haushofmeister ließ sich durch solche Äußerlichkeiten nicht abschrecken, sondern fasste Schinderello beherzt in die Hose: Der Präser saß wie angegossen.

 

 

Schinderello wurde aufs Schloss gebracht, der Jubel war groß. Der Prinz und er lebten herrlich und in Freuden. Und wenn sie nicht dabei gestorben sind, dann ficken sie heute noch.